Die Künstlerin Ilonka Münsterer-Maar porträtiert mit „Augenzwinkern“ das Leben


Bei der zehnten Ausstellung der Galerie FuenFinga hatte Galerist Johannes Birzer für seine kleine Galerie inmitten der Ortsmitte

eine regionale Künstlerin ausgewählt, die die Welt mit ihrem Pinsel aufmerksam, oft kritisch und dabei mit einer gehörigen Portion Witz oder Ironie betrachtet.

Geboren und aufgewachsen ist die leidenschaftliche Malerin Ilonka Münsterer-Maar in Nürnberg. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie in Herzogenaurach. Schon als Kind habe sie gern gemalt, verrät sie bei der Vernissage im Zwiegespräch. Habe später aber aus beruflichen Gründen eine Pause eingelegt und erst jetzt im Ruhestand gemerkt, dass Malen ihre Passion ist. Während sie sich jedoch früher überwiegend der Schönheit der Natur widmete, sei es nun zusehends ihr Anliegen, auf Missstände des Lebens hinzuweisen. Mit einer Malkunst, die den Betrachter zum Nachdenken zwingt. Potentielle Motive findet die Künstlerin reichlich, sei es im täglichen Leben, in Fernsehsendungen, auf Reisen, in einem Sprichwort oder einer Redewendung. Auch gesellschaftliche Vorurteile und Klischees spießt sie genüsslich auf. Mal ironisch, mal witzig, aber stets versteckt doppeldeutig.
Hat sie also ein Motiv gefunden, dann komme die ihr innewohnende „unbändige Leidenschaft für die Malerei“ und eine „Riesenportion Kreativität“ zum Zug. Auf indirektem Weg entstehe so ein Bild oder eine Collage, ausgeführt in Einzelheiten, die – zunächst durchaus unverständlich – geschickt im Bild versteckt sein können. Wie bei der Abbildung eines weißen Toilettensitzes mit Deckel über schwarz-weißen Fliesen. Irritierend wirkt zudem der Titel „Weg damit!“. Wäre da nicht der Zettel mit der Bitte, den Deckel aufzuklappen. Denn nun fällt der Blick in die Schüssel. Anstatt des Erwarteten auf ein Gewehr, eine Handgranate und anderes, ergänzt mit den Schlagworten „Terror, Gewalt, Hass, Krieg“. Eine bitterböse Komposition mit schwarzem Humor also. Das ewige Klischee von Männerträumen ist dagegen freundlich und verspielt verschlüsselt. „He has a Dream“ ist es benannt und zeigt ein feuerrotes Cabrio, Frauenbeine auf hohen Hacken aus dem Wageninnern zappelnd. Darüber schwebt ein Fußball, eine Ecke des Bilds ist garniert mit sehr großen Euroscheinen. Augenzwinkern pur, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben!
Auch die Frauen bekommen ihr Fett ab. „Nur Schuhe im Kopf“ heißt das Werk, bei dem einer dekorativen Schwarzhaarigen Schuhe aus dem Kopf wachsen. Eine spitzbübische Persiflage ihres eigenen Geschlechts, dem man zuweilen nicht viel im Kopf zutraut. Ein Werk ist besonders aussagekräftig, zeigt es doch ein Selbstporträt der Künstlerin. Gemalt nach einem schwarz-weiß Foto, im zarten Alter von etwa einem Jahr mit Pinsel und Farbe in den kleinen Händen. „I.M. 1960 – am Anfang war die Kunst“, so hat sie es benannt und damit die erste Prägung, das eifrige Malen seit ihrer Kindheit dokumentiert.
Malen, kreativ zu werden, dies bleibe für sie selbst stets spannend, so die Künstlerin. Neben hauptsächlich Acryl-Farben verwende sie alles, was sie im Haushalt auch zufällig fände. „Vor mir ist nichts sicher, als dass ich es nicht verwende“. Also auch Asche, Sand, Seidenpapier für Struktureffekte. Selbst Glasperlen, Weinetiketten, sogar eine Silberkette fanden mit den Farben den Weg auf die Leinwand. Das Malen und Gestalten, es macht ihr einfach Spaß.

Die Ausstellung in der Hauptstraße 13 ist bis Ende Januar jeden Samstag von 14 – 18 Uhr zu sehen.

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ein Kommentar

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel!

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