Wie soll die Erschließungsstraße im Ortsteil „Buch-östlich der Hopfenleithe“ gestaltet sein?


Das neu geplante Baugebiet, zu dem der Gemeinderat den Vorentwurf des Bebauungsplans genehmigen sollte, hat nur eine einzige Straße. Über deren Gestaltung diskutierten die Räte nahezu eine Stunde lang. Zu unterschiedlich waren die jeweiligen Ansprüche, bevor man dann doch mit großer Mehrheit den Plan auf den Verfahrensweg zur öffentlichen Auslegung schickte.

Wie kann man die schnurgerade verlaufende Wohnstraße im Neubaugebiet sicher für Kinder, Fußgänger und Radfahrer machen, die Geschwindigkeit der Anliegerfahrzeuge bremsen? Wo ist ein Spielplatz vorgesehen? Reicht der Raum auch für eine Art Marktplatz zum geselligen Treffen der Anwohner?

Es war das zweite Mal, dass Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt und Land in Neustadt die Planung und diesmal als Vorentwurf präsentierte. Von Beginn an gehörte zu seinem Konzept, weder Straße noch Häuser in einer Reihe, sondern versetzt zu planen und die Grundstücke flexibel zu teilen, auch um in der Mitte des Wohngebiets den Straßenraum aufweiten zu können. Dort ist ein begrünter Anger mit Platz zum geselligen Treffen vorgesehen. Weiter sind auf der Straße Stellplätze und Bäume geplant, um die Autofahrer zu zwingen, langsam zu fahren. Nicht allen Räten reichte diese Ausstattung der Wohnstraße. Die Frage nach einem Spielplatz kam zunächst von Manuela Kreiner-Kolb (CSU.) Christiane Kolbet stimmte ihr bei und wollte ihn sogar „klipp und klar“ in den Bebauungsplan aufgenommen haben. In einem solchen Neubaugebiet gäbe es nach ihrer Erfahrung viele Kinder. Ihr Antrag, den Vorentwurf so zu ändern, dass innerhalb des Baugebiets auf einem Bauplatz ein Spielplatz entsteht, wurde abgelehnt (7:13). Grüne Kritik kam auch zur Breite der Wohnstraße, die mit 6,50 Metern breiter sei als die 6,35 Meter breite Erschließungsstraße ins neu geplante Gewerbegebiet in Nankendorf, wo laut Planung mit Begegnungsverkehr von Lastwagen zu rechnen sei.

Die großzügige Breite der Wohnstraße in Buch fand aber auch Zustimmung. Denn sie diene zum einen vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und zum anderen der Sicherheit, wenn im Gefahrenfall Rettungsfahrzeuge Einsatz hätten. Dass die Wohnstraße aus optischen wie praktischen, den Liefer- und Anwohnerverkehr bremsenden Gründen verschwenkt werden müsse, darüber waren sich alle einig. In den dann offenen Nischen und Räumen entlang der Wohnstraße konnte sich Planer Rühl auch Spielgeräte anstatt eines einzigen Spielplatzes vorstellen. Letztendlich genehmigte die Mehrheit mit 18:2 Stimmen seinen Vorentwurf des Bebauungsplans. In dem hatte er inzwischen den kürzlich geäußerten Wunsch realisiert, das neue Wohngebiet per Fußweg mit der im Westen seit Jahren bestehenden Bebauung in der Hopfenleithe zu verbinden.

Auch die Frage der Ausgleichsfläche scheint wohl geklärt. Denn die im Bebauungsplan östlich vorgesehene grüne Fläche – mit Sicht in Richtung Kreisstraße nach Herzogenaurach – reiche mit verschiedenster Bepflanzung und der großzügige Begrünung innerhalb des Baugebiets in „vollem Umfang“ für den ökologischen Ausgleich, so der Planer. Nur ganz im Nordosten müsse vom Grün „die Nase weg“, bat der zweite Bürgermeister Hertlein. Selbst Landwirt, weiß er, welch Hindernis die in die benachbarte Ackerfläche hineinragende grüne „Nase“ seinen Kollegen bei der Feldbestellung sein würde.

  Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan "Buch-östlich der Hopfenleithe"

Im Ortsteil Buch ist entlang der Wohnbebauung an der Straße Hopfenleithe östlich und
parallel anschließend ein zweiter Straßenzug mit insgesamt 31 Wohneinheiten geplant.
In der Ratssitzung ging die Diskussion eine Stunde lang um die Gestaltung
und Nutzung der Erschließungsstraße (gelb).

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ein Kommentar

  1. Die Grünen wissen es natürlich besser. Dies war vorauszusehen. Wenn ich nur an die Müllabfuhr denke, frage ich mich, warum eine Straße schmäler werden solle? Auch darf sicherlich die Frage gestellt werden, wozu man eine Straße in der Regel so braucht?
    Ein Spielplatz muss her. Koste es was es wolle. Ob sich ein Gemeinderat schon mal Gedanken gemacht hat, was Spielgeräte für den öffentlichen Bereich kosten und welche Zusatzkosten in Form der wöchentlichen Sichtkontrolle bis hin zur jährlichen Sicherheitsüberprüfung anfallen? Wir reden immer von „sparen“. Hat sich ein Gremium auch schon Gedanken gemacht, ob es nicht alternative Konzepte zu den Hochglanzspielgeräten aus den Katalogen gibt? Der Naturgartenverband könnte hilfreiche Dienste leisten.
    Aber zurück zur Straße. Offensichtlich ist die „grüne“ Fraktion mit einer geraden Straße nicht einverstanden. Wie dann? Im Slalom um die Grundstücke herum? Oder vielleicht einen Kreisverkehr? Nur sinnfrei poltern führt sicher nicht zum Ziel!

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